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Großer Herrgott

Wappen von Rapperath

Die Mariensäule:


Papst Pius XII durch sein Rundschreiben „Fulgens Corona“ für 1954 ein

Marianisches Jahr, ein Jahr zu ehren der heiligen Jungfrau Maria, angekündigt

hatte, reifte in Rapperath der Entschluss als Erinnerung an das Gnadenjahr eine

Mariensäule zu errichten. Entscheidenden Anteil an der Verwirklichung des

Projekts hatte Pater Josef Gellenberg, der 1953 nach 15 jähriger Missionstätigkeit

aus Indien in sein Heimatdorf zurückgekehrt war, und dem es gelang, sowohl einen

Stifter als auch den geeigneten Künstler zu finden. Gebaut wurde die Mariensäule

von freiwilligen Helfern aus der ganzen Gemeinde. Die Bauaufsicht und die

Planung übernahm die Firma Vitus Leis aus Morbach, die heute nicht mehr

existiert. Bildhauer Höfle aus Morbach bekam den Auftrag eine 2,80m hohe Marienstatue

zu bauen. Er baute sie aus drei Kordeler Sandsteinen, den Sternenkranz dazu schmiedete

Valentin Burkard. Pater Josef Gellenberg lies ihn, mit Gold aus Spenden (Ringe, Armbänder

usw.) der Einwohner von Rapperath, vergolden. Mit der 11 m hohen Betonsäule konnte

das Bauwerk termingerecht zum Fest Maria Himmelfahrt am 15. August 1954 eingeweiht werden. Wichtige Personen beim Bau waren:

Pater Josef Gellenberg

Peter Zerwes

Leopold Römes

Valentin Burkard


Der Große Herrgott:

 

Nach alter Überlieferung wurde das spätgotische Kruzifix jenseits des Idarwaldes

in Wirschweiler von einem unbekannten Tischler geschnitzt, Korpus und

Längsbalken aus einem Stück.

Im Zeitalter der Reformation, als dort der Landsherr und mit ihm die gesamte

Bevölkerung die Religion wechselte, entfernten die „Bilderstürmer“ das Kreuz

gewaltsam aus der Kirche. Der Sage nach soll es lange Zeit als Bachsteg benutzt

worden sein.

Seitdem ging es den Leuten in Wirschweiler nicht mehr gut.

Ein dem alten Glauben treu gebliebener Bauer ahnte die Ursache der Bedrängnis.

Kurz entschlossen lud er das entehrte Kreuz auf seinen Wagen, spannte, zwei

Ochsen davor und ließ sie ihres Weges ziehen. An der Stelle, an der der Große

Herrgott heute steht, hielt das führerlose Gespann.

Die Rapperather errichteten das Kreuz und bauten später eine Kapelle darüber. Die

überlebensgroße Gestalt des Gekreuzigten hat als Heiligtum auch bei den

umliegenden Dörfern hohe Verehrung gefunden. Sie bekunden es mit Bittgängen

und Prozessionen.

Als im Jahr 1800, zur Zeit der französischen Besatzung, die Rinderpest in

Rapperath grassierte, herrschte große Not in den Bauernfamilien. Um dieses Unheil

abzuwenden wandten sich die Einwohner an den „Großen Herrgott“ und gaben

folgendes Versprechen: „Zeit den 14. Dezember, hat sich der Bürgermeister und

Vorsteher des Ortes Rapperath, einen Bittgang versprochen, bei das

sogenannte heigen heysgen oder großer Herrgott, alle Jahre auf Maria

Viktoria auf den Sonntag ohne Unterlass gehalten. Dazu dem haben sie auch

eine pinnige Kerz dahin versprochen, welche Kerz von dem Bürgermeister

oder einem Gemeinderatsmitglied dahin soll getragen werden mit

Verwilligung des Herrn Pastor. Dieses alles haben wir bei zequenten Zeiten

versprochen.“ (Zitat aus der Kapelle, wo der Große Herrgott steht). - eine pinnige

Kerz = eine pfundsschwere Kerze / zequenten Zeiten = ewige Zeiten — Bis heute

halten sich die Rapperather an das Versprechen ihrer Vorfahren und gehen

alljährlich am Ostersonntag in einer Bittprozession zum „Großen Herrgott“, der in

der 1741 erbauten Kapelle am Ortsausgang Merscheid steht.

Seit emigen Jahren gehen am Palmsoirntag (Der Sonntag vor Ostersonntag) die

Männer vom ganzen Dekanat Morbach in einem Schweigemarsch zum „Großen

Herrgott“. Dort findet dann eine Messe mit Predigt statt.